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Metropolsolar-Tagung „Voller Energie“: Großartige Beispiele von unten – Gegenwind von oben

Bericht von der Fachtagung „Voller Energie“ am 15. und 16. März in Mannheim
Gut 150 Fachleute und Interessierte hatten sich zwei Tage an der Dualen Hochschule in Mannheim zu einer Bestandsaufnahme der Energiewende in der Region getroffen und sich sowohl über inspirierende Projekte zum Thema Energie ausgetauscht, als auch eine Bewertung der derzeitigen politischen Großwetterlage angestellt. Die allgemeine Einschätzung: So wichtig Windkraft sonst für die Energiewende wäre, so kontraproduktiv ist der Gegenwind, der derzeit aus der Politik kommt.Bild-Windturbine-Mauro-Orlando

Energie-Unternehmer Bene Müller von Solarkomplex, der mit seiner Firma fast schon im Jahresrhythmus ganze Ortschaften auf erneuerbare Energien umstellen hilft , verdeutlichte den Zuhörern der Podiumsdiskussion am Samstag, welche nachhaltige Verunsicherung der „Tabubruch“ der Bundesregierung, bereits zugesagte Vergütungen auch rückwirkend wieder in Frage zu stellen, bei Projektentwicklern und Investoren ausgelöst habe. Veranstalter Daniel Bannasch von Metropolsolar fasste die Stimmung der Beteiligten zusammen und erklärte, während es vor wenigen Monaten noch so ausgesehen habe, dass das Thema Energiewende quasi ein Selbstläufer und beschlossene Sache sei und engagierter Fürsprache nicht mehr bedürfe, habe sich die Lage in den letzten Monaten wieder grundlegend gewandelt und wichtige Kräfte im Lande scheinen mit ganzer Kraft und derzeit erfolgreich am „Rollback“ zu arbeiten.

Begeisternd dagegen die Vielzahl von guten Beispielen, Projekten und Initiativen, die die Vortragenden in den zahlreichen Fachforen vorstellten: Während über das Für und Wider eines starken Ausbaus von Erneuerbaren Energien mancherorts noch gerungen wird, konnte Landrat Bertram Fleck aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis berichten, dass man in seinem Zuständigkeitsbereich die Marke von 100% längst übersprungen habe und mit großen Schritten eine Rate von fast 300% regenerativ erzeugtem Strom anpeile. Iris Degenhardt-Meister von der Bürgerenergiegenossenschaft Wolfhagen berichtete von der engen Zusammenarbeit der in der Genossenschaft zusammengeschlossenen Bürger mit den örtlichen Stadtwerken. Franz Schreier von der EBF in Heppenheim stellte sein Konzept einer integrierten Versorgung mit Energie und Nahrungsmittel durch entsprechend optimierte Gewächshäuser vor. Besucher hatten die Qual der Wahl, welche der vielen teils parallel stattfindenden Vorträge man sich anhören sollte.

Und während in der öffentlichen Meinung die Energiewende oft als ein Projekt dargestellt wird, bei dem Deutschland so rasch und so weit vorangeschritten sei, dass man überlegen müsse, eher wieder einen Gang zurückzuschalten, fehlte in kaum einem Vortrag der Hinweis auf die besorgniserregenden Entwicklungen auf dem Energiemarkt, auf dem seit Jahren Preissteigerungen von 10-20% jährlich bei den fossilen Energieträgern Öl und Gas die Regel sind. Von den negativen Auswirkungen für Klima und heimische Wirtschaft ganz zu schweigen. Eher von Voranschreiten könne dagegen im Falle Dänemarks gesprochen werden, wie eine Meldung von dort zeigt, die unten den Tagungsteilnehmern viel diskutiert wurde: Seit Anfang des Jahres ist dort in Neubauten der Einbau von Öl- und Gasheizungen, die in Deutschland wohl noch auf Jahre hinweg den Löwenanteil der Wärmeversorgung in Gebäuden leisten werden, schlicht verboten.

Das Fazit vieler Besucher und Vortragender der Tagung: Das Projekt Energiewende braucht auch hierzulande und mehr denn je engagierte findige Fachleute, mutige Entscheidungsträger und informierte Verbraucher.

Stefan Geißler, BEST Neckargemünd
Informationen: „Voller Energie“, vgl. http://blog.metropolsolar.de

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